
Der Standort
Die Geschichte unserer Heppenhefter Ritter beginnt mit einer Fälschung. Die oft beschworenen "Herren von Wisilo", angeblich die Urahnen unserer Ritter, haben vermutlich nie existiert. Alle diesbezüglichen Urkunden, die erstmals 1073 einen Volmar von Weisel (2) und 1093 seine Schwester Regelind (3) benennen, beruhen auf Abschriften Schotts, die als Fälschungen identifiziert sind. Es ist keine einzige gesicherte Urkunde überliefert, in denen diese Familie erscheint, so daß wir von einem Schott'schen Phantasieprodukt ausgehen müssen.
Viel wahrscheinlicher ist die Annahme, daß die Heppenhefter aus dem Rheingau stammen - warum, soll im Folgenden begründet werden. Wie aus einer Urkunde aus dem Jahr 1158 (s. unten) hervorgeht, waren die Heppenhefter mit den Rheingrafen verwandt. Es könnte also sein, daß die, ebenso wie diese, direkte Abkömmlinge eines edelfreien Familiengeschlechtes sind, das im Rheingau und um Mainz herum zuhause war und aus dem im 11. Jahrhundert verschiedenen Grafengeschlechter (Grafen von Diez, Rheingrafen, Herren von Weierbach) und Erzbischöfe in Mainz, Augsburg und Würzburg hervorgingen (4). Einige Forscher sehen in ihnen die Nachfahren kleiner karolingischer Grundbesitzer, die früh in die Dienste der mächtigen Mainzer Erzbischöfe eintraten, weil dies für sie "Zugang zu einflußreichen Ämtern und keine soziale Verschlechterung" (5) bedeutete und weil sie dort fast ebenso hoch angesehen waren wie die Reichsministerialen, die Dienstmannen des Königs oder Kaisers. Um diesen Vorgang besser zu verstehen, müssen wir uns das soziale Gefüge der damaligen Zeit genauer ansehen.
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Heppenheft"