Vorrede

Sowohl in Prosa als auch in Liedern ist die Loreleysage bereits vielfach bearbeitet worden, poetisch von Brentano und Heine und als Oper von Geibel. Offenbar ist die Sage am besten durch die Oper von Geibel's zu Anschauung gebracht worden; allein auch in der Oper tritt der historische und lokale Hintergrund zu wenig hervor, in ihr müssen die Dekorationen und die Darstellungen ergänzen, was dem Gedichte mangelt. Es ist demgemäß klar, daß die Lektüre der Oper von Geibel dem Leser kein vollständiges Bild der ganzen Sage vorführen kann, solches kann nur durch ein Epos bewirkt werden. Diese Erwägungen haben die Verfasserin bestimmt, die Abfassung eines solchen Epos zu versuchen und es der Beurteilung der geehrten Leser und Leserinnen anheim zu stellen, ob und inwiefern ihr dieser Versuch gelungen ist.
Die erforderlichen und nicht schon aus dem Gedichte selbst klaren Erläuterungen sind am Schlusse in besonderen Anmerkungen beigefügt worden.

Quelle: Loreley Episch - lyrische Dichtung in elf Gesängen von Mary Koch, Verlag von Carl Barth, Stuttgart,  1884

Mary Koch - Loreley Episch-Lyrische Dichtung in elf Gesängen

Loreley Online, Stand: 29-11-2003 , Dipl. Ing. (FH) Rudolf Reckenthäler