Zunächst einige erklärende Worte über die Herkunft unseres Ortsnamens.
Eine 100 % ige, exakte Deutung gibt es nicht.
Zum einen läßt sich Kaub, oder Cuba wie es zuerst hieß, aus dem keltischen Wort CABI = das kleine Haus ableiten, zum anderen aber aus dem Lateinischen CUBARE = was soviel wie die Lagerstätte bedeutet. Dies wiederum kann auch auf ein Schieferlager hindeuten, da die Römer nachweislich für den Bau des Limes Kauber Schiefer verwandt haben.
Die dritte Deutung könnte in Anlehnung an die St. Theonest- Legende, von dem lateinischen Wort CUPA = was Kufe oder Faß bedeutet, herrühren.
St. Theonest- Legende!
St. Theonest, aus Makedonien stammend, war Missionar und Weggefährte des hl. Alban. Der Sage nach soll er in Mainz von heidnischen Arianern gesteinigt- in ein durchlöchertes Weinfaß gesteckt und dann in den Rhein gestoßen worden sein. Durch den im Faß verbliebenen restlichen Wein soll er wieder zum Leben erweckt worden sein. In Kaub sei er gestrandet, soll den Kaubern zum Dank den Christenglauben und die Weinreben gebracht haben.
Der Name Cuba, wie Kaub ja früher hieß, soll sich daher auch von lateinischen CUPA VINI = Weinkufe ( Weinfaß) herleiten lassen.
St. Theonest starb 425 als Märtyrer in Altinum bei Venedig und liegt in Vercelli begraben.
Im Laufe der Jahrhunderte hat sich die Schreib- und Sprechweise mehrfach geändert, so kennen wir die Bezeichnungen Cuba, Caupa, Chube, Kub; ab dem 16. Jahrhundert Caub und ab 1935 Kaub.
Erstmals wird Kaub in der sogn. Veroneser Schenkung, einer von Kaiser Otto II., auf dem Reichstag von Verona im Jahre 983 ausgefertigten Urkunde erwähnt.
In Wirklichkeit ist das heutige Stadtgebiet viel früher besiedelt gewesen, was Bodenfunde aus der La - tène Zeit etwa 500 vor Christus, (1925 Fundstätte eines Grabes mit Beigefäß am Dicken Turm) oder aber ein 1933 gefundenes Römergrab mit Einhenkelkrug aus der Zeit um 260 nach Christus belegen.
Auf der 110 m hohen Erhebung sehen wir die Burg Gutenfels. Sie wurde um 1200 als Burg Cuba durch die Grafen von Nüring zum Schutze ihrer rheinischen Besitztümer erbaut.
1250 fällt die Burg durch Erbschaft an Philipp I. von Falkenstein,
Herrn von und zu Münzenberg. 1277 verkauft Philipp II. von Falkenstein für 2100 Denare
Burg und Ort Caub an den Pfalzgrafen Ludwig II., und so gehörten die Cauber mit kurzen,
kriegsbedingten Unterbrechungen, bis 1802 der Kurpfalz an. Nach dem sogn. Rastatter
Vertrag wurden wir bis 1806 Hessen Usingen und von 1806 bis 1866 dem Herzogtum Nassau
zugeschlagen. Von 1866 bis zur Machtergreifung Hitlers war Kaub preußisch. Nach dem 2.
Weltkrieg und der Besatzung durch Amerikaner bzw. Franzosen gehört Kaub seit 1946 zum
Bundesland Rheinland - Pfalz.
Rechts von Burg Gutenfels, wie sie seit 1504 nach mehr als fünfwöchiger erfolgloser Belagerung - im Bayrisch - Pfälzischen Erbfolgekrieg - durch den Landgrafen Wilhelm von Hessen, heißt, sehen Sie eine große Senke, welche durch eine Naturkatastrophe entstand. In der Nacht vom 10. auf den 11. März 1876 erfolgte dort ein Bergrutsch, wobei etwa 100 000 m*m Felsgeröll zu Tal stürzten und mehrere Häuser der Hochstraße verschütteten. Dabei kamen 26 Menschen ums Leben.
Unmittelbar vor uns sehen sie das Blücherdenkmal, welches zur Erinnerung des Rheinübergangs in der Neujahrsnacht 1813/14 errichtet wurde. Marschall Blücher überquerte auf einer von russischen Pontonieren gefertigten Brücke, mit etwa 50.000 preußischen und russischen Soldaten, 15.000 Pferden und 182 Geschützen den Rhein. Die gesamte Aktion dauerte bis zum 6. Januar 1814. Damit war die Voraussetzung geschaffen Napoleon in der Schlacht von Waterloo zu schlagen, und Europa von dem tyrannischen Joch des Korsen zu befreien. Das Denkmal wurde von dem Berliner Bildhauer Prof. Friedr. Schaper entworfen, von der Metallgießerei Walter Gladenbeck in Friedrichshagen gegossen und am 18. Juni 1894 feierlich enthüllt.